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Für diese Reportage erhielt Thomas Delekat den Theodor-Wolff-Preis 2004.
Jossi Mendellevich hörte am Telefon, wie eine Bombe seinen Sohn zerriss. Besuche bei zwei Familien, die ihre Söhne verloren. Am selben Tag, zur selben Zeit - der eine war ein Opfer, der andere der Attentäter.
Jossi steht in Yuvals Zimmer und sieht sich Leichen an. Er betrachtet die Zeitungsfotos vom Linienbus Nummer 37, das Wrack, das Blut und die Porträtgalerie mit allen 18 Opfern, darüber die Schlagzeilen. Es ist heiß, die Zeitungsseiten fächeln beim Blättern ein bisschen Luft durch Yuvals verlassenes Zimmer. Jossi betrachtet die Bilder genau, alles will er wissen. Er schont sich nicht. Erst wenn er alles weiß, überwindet er den Tod. Das glaubt Jossi.
Jossi kann von einem kleinen Foto die Augen nicht lassen, er ist ganz hingerissen davon. Das Bild zeigt ein verrußtes Stück vom Bus und eine Hand. Sie hängt aus einem leeren Fenster, ein Totenzettel dreht sich am Wurzelgelenk. Es ist Yuvals Hand, Jossi weiß es durch die Ärmelbündchen. Yuvals Jacke, Yuvals Hand. Die Hand liegt still, sie hält in einer Geste inne, und zufällig ist es Gottes Fingerzeig, derselbe, den Adam empfängt auf Michelangelos Schöpfungsbild in der Sixtinischen Kapelle. Gottes gestreckter Zeigefinger, Yuvals Hand, genau so. Nur ohne Lebensfunken. An Yuvals Mittelfinger sind zwei Glieder abgerissen. Blut tropft aus dem Stumpf, es trieft und kleckert eine Spur über den Totenzettel. Jossi weint in die aufgeschlagene Zeitung.
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